Schlagwort: Terminsysteme

  • Ein orientierungsloser KI-Bot bei dem Frankfurter Entsorgungsunternehmen FES

    oder: Wenn KI im Frühstadium auf Bürger*innen losgelassen wird.

    Im Mai 2026 macht eine Bornheimer Bürgerin eine telefonische Terminanforderung für Sperrmüll. Sie traf auf ein KI-Bot – die FES nennt es einen „Voicebot für die Servicehotline“. D.h. auf ein automatisiertes Programm, das sprachgesteuert auf die Terminanfrage reagiert. „KI“ soll in diesem Zusammenhang auf „Künstliche Intelligenz“ hinweisen. Nachdem bereits ein Termin gefunden wurde, den Frau Ursula B. gerne bestätigte, kam eine statt einer Bestätigung die Nachricht, dass wohl kein Termin zur Verfügung stünde.

    Beim zweiten Versuch „hatte er wieder nach der Adresse gefragt und ich habe gesagt: ich möchte mit einer Mitarbeiterin sprechen. Daraus machte er Waldstraße mit einer Nummer und beendete das Gespräch“.

    In diesem Fall war es wohl möglich, telefonisch nachzuhaken und dabei mit einem Menschen aus Fleisch und Blut zu reden. Dies bewirkte eine deutlich frühere Terminvergabe für die richtige Adresse.

    Die Bürgerinitiative ReaL RM fragt sich dabei, warum KI-Systeme eingesetzt werden, wenn ein Schüler der 3. Klasse ein besseres Ergebnis hätte liefern können.

    KI-Systeme müssen angelernt werden – so weit so gut. Bürger*innen von Frankfurt am Main werden aber nicht dafür bezahlt, dies zu tun – und die Zeitaufwände für vergebliche Versuche, wird ihnen auch nicht erstattet. Dennoch – und so funktio­nieren KI-Systeme nun einmal – zahlt jeder Nutzer mit seinen personenbezogenen Daten, mit denen diese Systeme gefüttert werden. Und das ohne Einwilligung oder eine andere Rechtsgrundlage zum Datenschutz.

    Ein Kommune, wie die Stadt Frankfurt am Main, täte gut, sich solcher rechtswidrigen Praktiken zu enthalten.

    Von Roland Schäfer